Finanzen & Gesundheit

Krankenversicherung Schweiz

Für jedes Familienmitglied Pflicht – aber gut verstanden die Stelle, an der ihr am meisten Geld sparen könnt. Alles erklärt, mit Rechenbeispielen für Erwachsene, Kinder und die ganze Familie.

Die Krankenkasse ist für viele Familien aus Deutschland der grösste Aha-Moment. Statt eines Prozentsatzes vom Lohn zahlt in der Schweiz jede Person eine feste Monatsprämie – auch jedes Kind. Klingt erst einmal teuer. Dafür bekommt ihr eines der besten Gesundheitssysteme der Welt: kurze Wartezeiten, moderne Spitäler, freie Kassenwahl – und viele Stellschrauben, mit denen ihr die Kosten selbst steuert. Wer sie kennt, spart als Familie schnell mehrere tausend Franken im Jahr.

Pflicht! Frist: 3 Monate

Die Grundversicherung ist für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch. Ihr habt 3 Monate ab Zuzug Zeit – die Versicherung gilt dann rückwirkend ab dem ersten Tag. Danach weist euch der Kanton einer Kasse zu, unter Umständen mit Prämienzuschlag.

Pflicht & Fristen auf einen Blick

WasFristGut zu wissen
Neu zugezogeninnert 3 Monatenrückwirkend ab Zuzug, für jede Person einzeln
Baby geboreninnert 3 Monaten nach Geburtrückwirkend ab Geburt; Zusatzversicherung am besten vor der Geburt beantragen
Kasse wechselnKündigung bis 30. NovemberWechsel auf 1. Januar, eingeschrieben schicken
Franchise / Modell ändernbis 30. November (bzw. Frist der Kasse)gilt ab 1. Januar für das ganze Jahr
Unfalldeckung ausschliessensobald ihr angestellt seidwer mind. 8 Std. pro Woche arbeitet, ist über den Arbeitgeber (UVG) gegen Unfall versichert

Ausnahme: Wer in der Schweiz arbeitet, aber in Deutschland wohnt (Grenzgänger), hat ein Wahlrecht – siehe Krankenversicherung für Grenzgänger.

So funktioniert das Schweizer System

In der Schweiz gibt es keine staatliche Einheitskasse. Rund 40 private Krankenversicherer bieten die Grundversicherung nach KVG an – mit gesetzlich genau gleichen Leistungen. Die Kassen dürfen euch in der Grundversicherung nicht ablehnen, keine Gesundheitsfragen stellen und keinen Gewinn damit machen. Sie unterscheiden sich nur beim Preis, beim Service und bei den Zusatzversicherungen.

Die Prämie hängt nicht vom Einkommen ab, sondern von vier Dingen:

  • Wohnort: Jeder Kanton hat bis zu drei Prämienregionen. Zwischen Kantonen liegen oft mehrere hundert Franken pro Person und Jahr.
  • Alter: Kinder (0–18), junge Erwachsene (19–25) und Erwachsene (ab 26) zahlen unterschiedlich.
  • Franchise: Je mehr ihr selbst tragt, desto tiefer die Prämie.
  • Modell: Wer zuerst den Hausarzt oder eine Telefon-Hotline kontaktiert, zahlt weniger.

Was kostet die Krankenkasse? Die Prämien 2027

Mittlere Monatsprämie20262027Veränderung
Erwachsene (ab 26)CHF 465.30CHF 487.60+4,9 %
Junge Erwachsene (19–25)CHF 326.30CHF 338.80+4,8 %
Kinder (0–18)CHF 122.50CHF 128.10+4,6 %
Alle AltersgruppenCHF 393.30CHF 412.00+5,0 %

Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG), Medienmitteilungen zu den Prämien 2026 und 2027 (29.9.2026). Mittlere Prämie mit Standardfranchise inkl. Unfalldeckung – eure tatsächliche Prämie kann je nach Kanton, Region, Franchise und Modell deutlich tiefer oder höher sein.

Beispiel Familie mit zwei Kindern: Mit den mittleren Prämien 2027 zahlt eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern rund CHF 1'231 pro Monat (2 × CHF 487.60 + 2 × CHF 128.10) – knapp CHF 14'800 im Jahr. Mit höherer Franchise und Sparmodell geht es deutlich günstiger, siehe Rechenbeispiel unten. Familien mit tieferem Einkommen erhalten zusätzlich Prämienverbilligung.

Neue Prämie zu hoch? Bis 30. November wechseln

Die Prämien für 2027 sind seit Ende September bekannt. Wer wechseln will, muss die Kündigung der Grundversicherung bis 30. November bei der Kasse haben. Vergleicht für jedes Familienmitglied einzeln auf priminfo.admin.ch. Anleitung: Krankenkasse wechseln.

Zum Vergleich mit Deutschland

In der deutschen GKV zahlt ihr einen Prozentsatz vom Lohn, Kinder und nicht berufstätige Ehepartner sind oft beitragsfrei mitversichert. In der Schweiz zahlt jede Person ihre Prämie – dafür steigt sie nicht mit eurem Gehalt. Wer gut verdient, fährt damit oft günstiger. Familien mit tieferem Einkommen erhalten vom Kanton Prämienverbilligung.

Was ist gedeckt – und was nicht?

Die Grundversicherung bezahlt alles, was medizinisch nötig, wirksam und wirtschaftlich ist:

  • Arztbesuche, Kinderarzt, Spezialisten, Notfall
  • Spitalaufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Listenspitals eures Wohnkantons
  • Medikamente der Spezialitätenliste (SL), Labor, Röntgen, MRT
  • Schwangerschaft: Kontrollen, Ultraschall, Geburt, Hebamme, Stillberatung
  • Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie mit ärztlicher Verordnung
  • Impfungen nach dem Schweizer Impfplan und Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
  • Notfälle im Ausland – bis höchstens zum doppelten Betrag, den die Behandlung in der Schweiz kosten würde

Nicht gedeckt

Normale Zahnbehandlungen und Zahnspangen, Brillen für Erwachsene (für Kinder gibt es einen kleinen Beitrag), freie Spitalwahl, Einzel- oder Zweibettzimmer, viele alternative Heilmethoden und Rücktransporte aus dem Ausland. Dafür gibt es Zusatzversicherungen.

Prämie, Franchise, Selbstbehalt – die drei Begriffe

Was ihr pro Jahr wirklich für Gesundheit zahlt, setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  1. Prämie: der feste Monatsbeitrag – egal, ob ihr krank seid oder nicht.
  2. Franchise: Bis zu diesem Betrag zahlt ihr eure Arzt- und Medikamentenkosten pro Kalenderjahr selbst. Erwachsene wählen zwischen CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500. Für Kinder gibt es CHF 0, 100, 200, 300, 400, 500 und 600.
  3. Selbstbehalt: Über der Franchise zahlt ihr noch 10 % der Kosten – höchstens CHF 700 pro Jahr (Kinder CHF 350). Danach übernimmt die Kasse alles.

Kleines Beispiel: Ihr habt die Franchise CHF 1'000 und im Jahr Arztrechnungen über CHF 1'800. Ihr zahlt CHF 1'000 Franchise + 10 % von CHF 800 = CHF 80 Selbstbehalt, also CHF 1'080. Die Kasse zahlt CHF 720.

Die Rechnungen kommen meist zuerst zu euch («Tiers garant»): Ihr bezahlt den Arzt und schickt die Rechnung per App an die Kasse. Apotheken und Spitäler rechnen meist direkt mit der Kasse ab («Tiers payant»); euren Anteil stellt die Kasse euch dann in Rechnung.

Welche Franchise lohnt sich? Das Rechenbeispiel

Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Wie viel Rabatt eine Kasse geben darf, ist gesetzlich begrenzt: höchstens 70 % des zusätzlichen Risikos. Bei der Franchise CHF 2'500 sind das gegenüber CHF 300 maximal CHF 1'540 pro Jahr. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viel ihr im Jahr für Arzt und Medikamente ausgebt.

Annahme: Erwachsene Person, Prämie mit Franchise CHF 300: CHF 465 pro Monat (≈ mittlere Prämie 2026). Mit Franchise CHF 2'500 und vollem Rabatt: CHF 336.65 pro Monat.

Eure Gesundheitskosten im JahrGesamtkosten mit Franchise 300Gesamtkosten mit Franchise 2'500
CHF 0 CHF 5'580 CHF 4'040
CHF 500 CHF 5'900 CHF 4'540
CHF 1'000 CHF 5'950 CHF 5'040
CHF 2'000 CHF 6'050 CHF 6'040
CHF 5'000 CHF 6'350 CHF 6'790
CHF 10'000 CHF 6'580 CHF 7'240

Gesamtkosten = Jahresprämie + Franchise + Selbstbehalt. Grün = günstiger. Vereinfachtes Beispiel ohne Spitalbeitrag; viele Kassen geben weniger als den maximalen Rabatt.

Was die Tabelle zeigt: Bis etwa CHF 2'000 Gesundheitskosten pro Jahr ist die hohe Franchise günstiger – wer selten zum Arzt geht, spart bis CHF 1'540. Bei hohen Kosten ist die tiefe Franchise besser, der Unterschied bleibt aber auf höchstens CHF 660 begrenzt. Für gesunde Erwachsene ist die hohe Franchise deshalb oft die bessere Wette – wenn ihr den Unterschied als Reserve auf dem Konto habt.

Faustregel für Eltern

Gesund, kaum Arztbesuche, Reserve vorhanden: Franchise CHF 2'500.
Chronische Erkrankung, regelmässige Medikamente, geplante Operation oder Schwangerschaft: Franchise CHF 300.
Die mittleren Stufen (500 bis 2'000) lohnen sich rechnerisch selten. Rechnet mit euren echten Prämien nach: Franchise-Rechner.

Hausarzt, Telmed, HMO – das Modell

Die Leistungen sind in allen Modellen gleich. Unterschiedlich ist nur der erste Schritt, wenn ihr krank seid:

ModellSo geht ihr vorPrämie
StandardFreie Arztwahl, direkt zum Spezialistenam teuersten
HausarztZuerst zum gewählten Hausarzt bzw. Kinderarzt, er überweistoft rund 10–20 % günstiger
TelmedZuerst Anruf oder App bei einer medizinischen Hotline, rund um die Uhroft rund 10–20 % günstiger
HMOZuerst in eine bestimmte Gruppenpraxisoft am günstigsten

Notfälle, Frauenarzt- und Augenarzt-Kontrollen sind in der Regel von der Pflicht ausgenommen, zuerst den Hausarzt zu kontaktieren. Haltet ihr euch nicht an die Regeln, kann die Kasse Leistungen kürzen – lest die Bedingungen.

Für Familien praktisch

Viele Familien wählen Telmed für die Eltern: Nachts mit fieberndem Kind ist die Hotline sowieso der erste Anruf. Für die Kinder lohnt sich das Hausarztmodell mit eurer Kinderärztin – vorausgesetzt, die Praxis nimmt noch neue Patienten auf. Kinderarztplätze sind in manchen Regionen knapp: Sucht schon vor dem Umzug.

Rechenbeispiel: Was zahlt eine Familie mit zwei Kindern?

Zwei Erwachsene und zwei Kinder, gerechnet mit den mittleren Prämien 2026 des BAG:

PersonMittlere Prämie / MonatMit Sparschrauben (Beispiel)
Erwachsene/r 1CHF 465.30CHF 300.–
Erwachsene/r 2CHF 465.30CHF 300.–
Kind 1CHF 122.50CHF 105.–
Kind 2CHF 122.50CHF 105.–
Total pro MonatCHF 1'175.60CHF 810.–
Total pro JahrCHF 14'107CHF 9'720

«Mit Sparschrauben» ist ein Beispiel: Erwachsene mit Franchise CHF 2'500, Telmed und ohne Unfalldeckung (beide angestellt), Kinder im Hausarztmodell bei einer günstigen Kasse. Ob ihr so tief kommt, hängt von Wohnort und Kasse ab – prüft es auf priminfo.admin.ch.

Das maximale Eigenrisiko der Familie im Sparmodell: 2 × (CHF 2'500 + 700) + 2 × CHF 350 = CHF 7'100 in einem sehr schlechten Jahr. Mit tiefen Franchisen wären es CHF 2'700. Die Prämienersparnis von über CHF 4'000 pro Jahr ist deshalb nur dann ein Gewinn, wenn ihr ein Polster habt. Unser Tipp: Die Ersparnis monatlich auf ein separates «Gesundheitskonto» überweisen.

Familie mit kleinen Kindern beim Picknick an einem Schweizer Bergsee
Gesund durchs Jahr: Viele Familien nutzen die hohe Franchise für die Eltern und legen die Ersparnis zur Seite.

Kinder und Neugeborene versichern

Kinder haben einen eigenen Vertrag und eine eigene Franchise. Weil Kinder öfter zum Arzt müssen (Infekte, Kontrollen, kleine Unfälle), rechnet es sich hier anders:

Rechenbeispiel Kind: Prämie mit Franchise CHF 0: CHF 122.50 pro Monat. Mit Franchise CHF 600 und vollem Rabatt (CHF 420 pro Jahr): CHF 87.50.

Kosten des Kindes im JahrFranchise 0Franchise 600
CHF 200CHF 1'490CHF 1'250
CHF 500CHF 1'520CHF 1'550
CHF 1'500CHF 1'620CHF 1'740

Ab rund CHF 470 Kosten im Jahr ist die Franchise CHF 0 günstiger. Ein Kind mit ein paar Arztbesuchen, einem Antibiotikum und einer Notfall-Konsultation kommt schnell darüber. Bei kleinen Kindern ist die tiefe Franchise deshalb meist die entspanntere Wahl; bei grösseren, selten kranken Kindern kann CHF 600 aufgehen.

  • Selbstbehalt Kinder: 10 %, höchstens CHF 350 pro Jahr. Kein Spitalbeitrag.
  • Vorsorge: Die Kontrollen beim Kinderarzt nach Schweizer Vorsorgeplan und die empfohlenen Impfungen zahlt die Grundversicherung (die Franchise gilt aber auch hier, ausser bei bestimmten Impfprogrammen).
  • Neugeborene: Innert 3 Monaten nach der Geburt anmelden – dann rückwirkend versichert. Viele Kassen bieten eine «vorgeburtliche Anmeldung» an: Die Zusatzversicherung wird dann ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen.
  • Prämienverbilligung: Bei unteren und mittleren Einkommen müssen die Kantone die Kinderprämien um mindestens 80 % verbilligen (Art. 65 KVG). Wer darunter fällt, legt jeder Kanton selbst fest – Antrag nicht vergessen!

Zusatzversicherungen: Was ist sinnvoll?

Zusatzversicherungen sind freiwillig. Hier dürfen die Kassen Gesundheitsfragen stellen und Anträge ablehnen – je früher ihr sie abschliesst, desto besser.

  • Zahn und Zahnspange für Kinder: Eine Zahnspange kostet in der Schweiz schnell CHF 5'000 bis 10'000. Eine Kieferorthopädie-Zusatzversicherung zahlt einen Teil – aber nur, wenn sie vor dem ersten Befund besteht. Für kleine Kinder früh abschliessen.
  • Ambulante Zusatzversicherung: Beiträge an Brillen, Impfungen für Reisen, Fitness, Alternativmedizin, Transport- und Rettungskosten.
  • Reise / Ausland: Wichtig für Familien, die oft nach Deutschland oder in die Ferien fahren: Die Grundversicherung zahlt im Ausland höchstens den doppelten Schweizer Tarif.
  • Spital halbprivat/privat: Zweibett- bzw. Einzelzimmer und freie Arztwahl im Spital. Komfort, kein Muss – und teuer.

Grund- und Zusatzversicherung müsst ihr nicht bei der gleichen Kasse haben. Kündigt eine bestehende Zusatzversicherung nie, bevor die neue schriftlich bestätigt ist.

7 Wege, als Familie zu sparen

  1. Jedes Jahr vergleichen: Die neuen Prämien kommen Ende September, die Kündigung muss bis 30. November da sein.
  2. Franchise passend wählen: Hoch für gesunde Erwachsene, tief für kleine Kinder (siehe Rechenbeispiele).
  3. Alternatives Modell: Telmed oder Hausarzt sparen oft 10–20 %.
  4. Unfalldeckung ausschliessen: Wer mindestens 8 Stunden pro Woche angestellt ist, ist über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert. Bei Kindern bleibt die Unfalldeckung drin.
  5. Prämienverbilligung beantragen: Viele Familien haben Anspruch, ohne es zu wissen.
  6. Prämie im Voraus zahlen: Manche Kassen geben bei halb- oder ganzjährlicher Zahlung einen kleinen Skonto.
  7. Wohnort bewusst wählen: Prämienregionen unterscheiden sich stark – fliesst in den Kantonsvergleich ein.

Häufige Fragen

Innerhalb welcher Frist müssen wir uns versichern?
Innert 3 Monaten ab Wohnsitznahme in der Schweiz – für jedes Familienmitglied einzeln. Die Versicherung gilt dann rückwirkend ab dem Zuzugstag. Wer die Frist verpasst, wird vom Kanton einer Kasse zugewiesen und kann einen Prämienzuschlag zahlen müssen.
Sind die Kinder bei uns Eltern mitversichert?
Nein. In der Schweiz hat jede Person einen eigenen Vertrag – auch ein Neugeborenes. Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der deutschen GKV gibt es nicht. Dafür sind die Kinderprämien deutlich tiefer (im Schnitt CHF 122.50 pro Monat, 2026).
Wann kann ich die Kasse oder die Franchise wechseln?
Die Grundversicherung könnt ihr auf den 1. Januar wechseln. Die Kündigung muss bis 30. November bei der Kasse eingetroffen sein (eingeschrieben schicken). Eine höhere Franchise oder ein günstigeres Modell könnt ihr bei der eigenen Kasse ebenfalls auf den 1. Januar wählen. Mit der Standard-Franchise CHF 300 im Standardmodell ist zusätzlich ein Wechsel auf den 30. Juni möglich (Kündigung bis 31. März).
Was zahle ich beim Arzt selbst?
Zuerst die Franchise (Erwachsene CHF 300 bis 2'500 pro Jahr). Danach 10 % Selbstbehalt auf die weiteren Kosten, höchstens CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder. Bei einem Spitalaufenthalt kommen CHF 15 pro Tag Spitalbeitrag dazu (nicht für Kinder, junge Erwachsene in Ausbildung und bei Mutterschaft).
Ist der Zahnarzt gedeckt?
Nein, normale Zahnbehandlungen und Zahnspangen zahlt die Grundversicherung nicht. Viele Gemeinden bieten eine jährliche Schulzahnkontrolle an. Für Kinder lohnt sich eine Zahn- bzw. Kieferorthopädie-Zusatzversicherung – aber nur, wenn ihr sie früh abschliesst, bevor ein Befund vorliegt.
Welche Kasse ist die beste?
Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Kassen gesetzlich identisch. Ihr vergleicht also vor allem Prämie, Service und App. Die offiziellen Prämien aller Kassen für euren Wohnort zeigt das Bundesamt für Gesundheit auf priminfo.admin.ch.
Lohnt sich die hohe Franchise für uns Eltern?
Für gesunde Erwachsene oft ja – die Grenze liegt bei rund CHF 2'000 Gesundheitskosten pro Jahr (siehe Rechenbeispiel). Wichtig: Legt die Differenz zur tiefen Franchise als Notgroschen zur Seite, damit eine teure Behandlung euch nicht überrascht.
Wir sind schwanger – was ist zu beachten?
Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt zahlt ihr für die meisten Leistungen weder Franchise noch Selbstbehalt. Das Baby müsst ihr innert 3 Monaten nach der Geburt anmelden. Eine Zusatzversicherung fürs Kind beantragt ihr am besten schon vor der Geburt – dann ohne Gesundheitsfragen.

Quellen: Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) und Verordnung (KVV); Bundesamt für Gesundheit (BAG): Prämien 2026 und priminfo.admin.ch; Verordnung über Leistungen (KLV). Stand Oktober 2026. Keine individuelle Beratung.