Grenzgänger

Home-Office als Grenzgänger – was ist 2025 erlaubt?

Seit 2024 gibt es eine klare Regelung: bis 49.9% Home-Office ohne Wechsel des Sozialversicherungsstaats. Was das bedeutet und worauf du achten musst.

Johann Lorenz 8 Min. Lesezeit Stand: Juni 2025

Rechtslage regelmässig prüfen

Die Home-Office-Regelung für Grenzgänger hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Dieser Artikel beschreibt den Stand Oktober 2026.

Die 49.9%-Regelung – was sie bedeutet

Grenzgänger (G-Ausweis) mussten traditionell täglich an ihren Wohnort zurückkehren. Home-Office war rechtlich unklar und führte zu Problemen mit Sozialversicherung und Quellensteuer. Seit dem 1. Juli 2023 gilt ein multilaterales Rahmenübereinkommen, dem Deutschland und die Schweiz beigetreten sind:

Bis zu 49.9 % der Arbeitszeit im Home-Office (in Deutschland) sind möglich, ohne dass der Sozialversicherungsstaat wechselt. Du bleibst in der Schweizer AHV/ALV, die Quellensteuer-Regelung bleibt bestehen.

Wichtig: Die Regel gilt nicht automatisch. Dein Arbeitgeber muss sie beantragen (A1-Bescheinigung über die Ausnahmevereinbarung).

Steuerliche Folgen des Home-Office

Steuerlich gilt das Doppelbesteuerungsabkommen: Die Schweiz behält höchstens 4,5 % Quellensteuer ein, Deutschland besteuert den Lohn und rechnet diese an. Home-Office-Tage in Deutschland zählen seit Juli 2022 nicht als Nichtrückkehrtage – du bleibst also Grenzgänger, auch mit viel Home-Office. Konkreter Rat: mit einem Steuerberater sprechen, der das DBA DE-CH kennt.

Sozialversicherung – was sich ändert

Das Sozialversicherungsrecht folgt dem sogenannten Tätigkeitsortsprinzip: Wer mehr als 25 % seiner Arbeitszeit im Wohnland (Deutschland) arbeitet, muss dort sozialversichert sein. Die 49.9%-Regelung schiebt diese Grenze herauf, aber wer darüber geht, wechselt in die Deutsche Rentenversicherung und GKV – ein erheblicher administrativer und finanzieller Unterschied.

Für die meisten Grenzgänger gilt: Maximum 2–2.5 Tage Home-Office pro Woche bei einer 5-Tage-Woche ist sicher im Rahmen.

Häufige Fragen

Gilt die 49.9%-Regelung rückwirkend?
Das Rahmenübereinkommen gilt seit dem 1. Juli 2023. Anträge konnten bis Mitte 2024 rückwirkend auf diesen Zeitpunkt gestellt werden; heute gilt es ab Antrag. Für Sonderfälle: Steuerberater fragen.
Was ist, wenn ich mehr als 49.9% Home-Office mache?
Dann wechselt der Sozialversicherungsstaat von der Schweiz nach Deutschland. Das bedeutet: AHV wird zu Deutsche Rentenversicherung, Quellensteuer-Logik ändert sich. Das ist eine erhebliche Änderung, die gut geplant sein will.
Muss ich meinem Schweizer Arbeitgeber mein Home-Office melden?
Ja – der Arbeitgeber muss dies für die Quellensteuer- und Sozialversicherungsabrechnung wissen. Die meisten grossen Schweizer Arbeitgeber haben inzwischen klare Richtlinien für Grenzgänger-Home-Office.
JL

Über den Autor

Johann Lorenz ist 2023 aus Deutschland nach Liestal (Kanton Basel-Landschaft) ausgewandert. Er betreibt diese Seite, weil er sich genau so einen Guide gewünscht hätte. Mehr erfahren →