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Was ist die Prämienverbilligung (IPV)?
Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist eine staatliche Subvention, mit der Bund und Kantone die Krankenkassenprämien für Personen mit tiefem bis mittlerem Einkommen vergünstigen. Der Bund legt den Mindestbeitrag fest, die Kantone können mehr geben. Die IPV wird direkt an die Krankenkasse ausbezahlt – du zahlst einfach weniger.
In der Schweiz gibt es keine staatliche Krankenversicherung. Die IPV ist das Instrument, das das System sozial ausgewogen hält.
Wer hat Anspruch?
Anspruch haben grundsätzlich alle Personen, die:
- In der Schweiz wohnhaft und steuerpflichtig sind
- Die kantonalen Einkommensgrenzen unterschreiten
- Eine Schweizer Grundversicherung abgeschlossen haben
Achtung: Grenze gilt nicht für den Bruttolohn
Zwei Beispiele für ein Ehepaar mit zwei Kindern zeigen, wie gross die Unterschiede sind:
| Kanton | Obergrenze massgebendes Einkommen | Quelle |
|---|---|---|
| Zürich (2026, Prämienregion 1) | CHF 126'720 | SVA Zürich |
| Basel-Landschaft (Tabelle 2025) | CHF 88'000 | SVA Basel-Landschaft |
Für ein Ehepaar ohne Kinder liegt die Grenze in Basel-Landschaft bei CHF 51'000 massgebendem Einkommen. Ausserdem rechnen manche Kantone mit älteren Steuerjahren: Basel-Landschaft nimmt die Steuerveranlagung von vor zwei Jahren.
So prüft ihr euren Anspruch richtig: den IPV-Rechner auf der Website der SVA oder Ausgleichskasse eures Kantons nutzen und die eigene Steuerveranlagung bereithalten.
Neuzuzüger: Im ersten Jahr geschätztes Einkommen angeben
Prämienverbilligung für Verheiratete: so wird gerechnet
Ehepaare werden in der Schweiz gemeinsam besteuert. Deshalb schauen die Kantone auch bei der Prämienverbilligung auf das gemeinsame massgebende Einkommen beider Partner – und vergleichen es mit eigenen, höheren Grenzen für Ehepaare. So unterschiedlich sind diese Grenzen:
| Kanton | Ehepaar ohne Kinder | Ehepaar mit 2 Kindern | Stand |
|---|---|---|---|
| Zürich (Prämienregion 1, Erwachsene über 25) | CHF 101'760 | CHF 126'720 | 2026 |
| Basel-Landschaft | CHF 51'000 | CHF 88'000 | Dekret, seit 2014 |
| Aargau | CHF 55'000 | CHF 75'900 | 2026 |
Quellen: SVA Zürich, IPV 2026 Einkommensgrenzen; Kanton Basel-Landschaft, Dekret über die Einkommensobergrenzen in der Prämienverbilligung; GDK, Synopsis Prämienverbilligung 2026.
- Höherer Eigenanteil: Manche Kantone verlangen von Ehepaaren einen höheren Anteil am Einkommen als von Alleinstehenden. Im Kanton Zürich sind es 2027 11,8 % für Ehepaare und 9,4 % für Alleinstehende.
- Vermögen zählt mit: Im Kanton Zürich gibt es für Verheiratete keinen Anspruch über CHF 300'000 Vermögen; im Aargau und in Basel-Landschaft werden 20 % des steuerbaren Vermögens zum Einkommen gerechnet.
- Konkubinat: Im Aargau gelten Konkubinatspaare wie Ehepaare. In Basel-Stadt werden Paare mit gemeinsamem Kind oder nach fünf Jahren Zusammenleben gemeinsam berechnet. Andere Kantone rechnen jede Person einzeln.
- Heirat, Geburt, Trennung: Solche Änderungen beeinflussen den Anspruch. Meldet sie der zuständigen Stelle (SVA bzw. Ausgleichskasse).
Gerade nach der Heirat prüfen
Mehr zu einzelnen Kantonen: Zürich · Basel-Landschaft · Aargau
Wie hoch ist die Prämienverbilligung?
Auch das legt jeder Kanton selbst fest. Meist gilt: Der Kanton bestimmt eine Richtprämie und einen Anteil am Einkommen, den ihr selbst tragen müsst. Die Differenz bekommt ihr als Verbilligung – direkt an die Krankenkasse überwiesen. Je tiefer das massgebende Einkommen und je mehr Kinder, desto höher der Beitrag.
Konkrete Beträge nennen wir bewusst nicht: Sie hängen von Kanton, Prämienregion, Einkommen und Vermögen ab. Der Rechner eures Kantons zeigt den genauen Betrag.
Wie beantragen?
- Zuständige Stelle finden: Meist das kantonale Steueramt, Sozialamt oder eine eigene IPV-Stelle. Suchbegriff: «Prämienverbilligung + [dein Kanton]».
- Formular ausfüllen: Meist online oder per Post. Benötigt: AHV-Nummer, Krankenkassen-Policennummer, Einkommensnachweis (Lohnausweis).
- Frist beachten: Die Fristen sind kantonal verschieden. In Basel-Landschaft können Zuzüger aus dem Ausland z. B. bis 31. Dezember schriftlich beantragen. Wer die Frist verpasst, verliert den Anspruch oft für das ganze Jahr – deshalb gleich nach dem Zuzug klären.
- IPV fliesst direkt an Kasse: Du erhältst eine Bestätigung, deine Kasse schreibt den Betrag gut oder stellt tiefere Rechnungen.
Hilfreiche offizielle Links
- Bundesamt für Gesundheit (BAG) – IPV Übersicht
- Kantonal: Suche «Prämienverbilligung [dein Kanton]»
Häufige Fragen
Bekommen Verheiratete weniger Prämienverbilligung?
Wie werden Konkubinatspaare bei der Prämienverbilligung behandelt?
Bekomme ich als Neuzuzüger auch Prämienverbilligung?
Wie hoch ist die Prämienverbilligung?
Muss ich den Antrag jedes Jahr neu stellen?
Werden Kinder separat beantragt?
Über den Autor
Johann Lorenz ist 2023 aus Deutschland nach Liestal (Kanton Basel-Landschaft) ausgewandert. Er betreibt diese Seite, weil er sich genau so einen Guide gewünscht hätte. Mehr erfahren →
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