Steuern & Vorsorge

Säule 3a – der wichtigste Steuertrick der Schweiz

Bis CHF 7'258 pro Jahr steuerfrei anlegen. Wir erklären wie es funktioniert, wo du am meisten herausholst und was Neuzuzüger wissen müssen.

Johann Lorenz 8 Min. Lesezeit Stand: Oktober 2026

Sofort eröffnen – jedes Jahr ohne 3a ist verschenkt

Wer CHF 7'258 in die Säule 3a einzahlt, spart je nach Grenzsteuersatz CHF 1'500–2'500 Steuern pro Jahr. Das Konto ist in 10 Minuten eröffnet.

Was ist die Säule 3a?

Das Schweizer Vorsorgesystem hat 3 Säulen: AHV (1), Pensionskasse (2), private Vorsorge (3). Die Säule 3a ist der gebundene Teil der privaten Vorsorge – du kannst das Geld nicht jederzeit abheben, sparst dafür erheblich Steuern. Die Einzahlungen werden vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen.

Steuern sparen – konkrete Zahlen

Beispiel: Grenzsteuersatz 25 %, Einzahlung CHF 7'258:

  • Steuerersparnis: CHF 7'258 × 25 % = ~CHF 1'814/Jahr
  • Über 10 Jahre: CHF 18'140 Steuerersparnis
  • Dazu kommt der Kapitalertrag (bei Wertschriftenlösung ~5–7 % p.a. historisch)

Bei höherem Einkommen (Grenzsteuersatz 35 %): Ersparnis ~CHF 2'540/Jahr (bei CHF 7'258 Einzahlung).

Anbieter: Bank vs. Wertschriften

Sparkonto (Bank): Sicher, kaum Gebühren, aber Rendite minimal (~0.25–0.5 % Zins). Für Geld, das du in 1–3 Jahren brauchst.

Wertschriften-3a (VIAC, Finpension, Frankly): Aktien-ETF-basiert, historisch ~5–7 % p.a., Gebühren ~0.4–0.5 %. Ideal für den langfristigen Anteil (>5 Jahre bis Bezug). Gebühren vor Abschluss beim Anbieter vergleichen.

Empfehlung für Neuzuzüger

Eröffne die Säule 3a bei VIAC oder Finpension (Wertschriften) für den langfristigen Teil. Falls du die Schweiz in wenigen Jahren wieder verlassen könntest, besser Sparkonto – bei Auswanderung wird die 3a ausbezahlt und besteuert.

Wann und wie einzahlen?

  • Einzahlung bis 31. Dezember des laufenden Jahres
  • Kein Mindestbetrag – auch CHF 500 lohnen sich
  • Mehrere Konten möglich (Staffelung für spätere steueroptimale Auszahlung)
  • Abzug in der Steuererklärung geltend machen (oder bei NOV)
  • Bei Quellensteuer: Steuern sinken bei NOV retroaktiv

Rechenbeispiel: Familie mit zwei Erwerbseinkommen

Beide Eltern sind angestellt, beide zahlen den Maximalbetrag ein:

  • Einzahlung: 2 × CHF 7'258 = CHF 14'516 pro Jahr
  • Bei einem Grenzsteuersatz von 20 %: Steuerersparnis rund CHF 2'900 pro Jahr
  • Über 15 Jahre: über CHF 43'000 gesparte Steuern – zusätzlich zur Rendite

Auch wer nur einen Teil einzahlen kann, profitiert: Schon CHF 200 pro Monat (CHF 2'400 im Jahr) sparen bei 20 % Grenzsteuersatz rund CHF 480 Steuern.

Neu: Verpasste Jahre nachzahlen

Seit 2026 könnt ihr Lücken in der Säule 3a nachzahlen – allerdings nur für Lücken ab dem Jahr 2025:

  • Pro Jahr höchstens so viel nachzahlen wie der «kleine» Maximalbetrag (Angestellte mit Pensionskasse).
  • Zuerst muss der reguläre Beitrag des laufenden Jahres voll einbezahlt sein.
  • Ihr müsst sowohl im Lückenjahr als auch im Jahr der Nachzahlung in der Schweiz AHV-pflichtig erwerbstätig gewesen sein.
  • Lücken lassen sich bis zu 10 Jahre später schliessen. Die Nachzahlung ist ebenfalls steuerlich abziehbar.

Tipps für Neuzuzüger

  • Im ersten Jahr schon einzahlen: Wer AHV-pflichtig arbeitet, darf auch im Zuzugsjahr einzahlen – bis 31. Dezember.
  • Mit Quellensteuer: Den Abzug gibt es nur über die nachträgliche ordentliche Veranlagung (Antrag bis 31. März). Rechnet vorher, ob sich das lohnt.
  • Ihr plant, die Schweiz wieder zu verlassen? Bei endgültiger Ausreise könnt ihr das 3a-Guthaben beziehen; es wird dann besteuert. Wer unsicher ist, wählt einen kürzeren Anlagehorizont.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich in die Säule 3a einzahlen?
Angestellte können 2026 bis CHF 7'258 pro Jahr einzahlen, Selbständige ohne Pensionskasse bis 20 % des Erwerbseinkommens, maximal CHF 36'288.
Wann komme ich an das Geld der Säule 3a?
Frühestens 5 Jahre vor dem AHV-Referenzalter (65; für Frauen der Jahrgänge 1961–1963 schrittweise von 64 auf 65). Früher bei: Aufnahme selbständiger Tätigkeit, Kauf von Wohneigentum, Auswanderung aus der Schweiz, Invalidität.
VIAC oder Finpension – was ist besser?
Beide sind sehr günstige Wertschriftenlösungen für die Säule 3a. VIAC und Finpension haben vergleichbar tiefe Gebühren (~0.4–0.5 % TER). Beide sind deutlich günstiger als Bankprodukte (1–1.5 % TER). Bei Auswanderung aus der Schweiz wird das Kapital ausbezahlt (reduzierter Steuersatz).
Kann ich mehrere 3a-Konten haben?
Ja – es ist sogar empfohlen, mehrere Konten zu eröffnen (Staffelung). Beim Bezug werden die Konten in verschiedenen Jahren aufgelöst, was die Steuerbelastung senkt.
JL

Über den Autor

Johann Lorenz ist 2023 aus Deutschland nach Liestal (Kanton Basel-Landschaft) ausgewandert. Er betreibt diese Seite, weil er sich genau so einen Guide gewünscht hätte. Mehr erfahren →